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Eine Besuch im Kathmandu Zoo

Unsere nepalesische Partnerorganisation, die Dirgaheevi Volunteer Group hat es sich zur Aufgabe gemacht, arme krebskranke Kinder und ihre Familien zu unterstützen und sich um sie zu kümmern. Eine ihrer Aktivitäten ist es auch, für diese Kinder und ihre Angehörigen Tagesausflüge zu organisieren. Dabei können alle Teilnehmer ein bisschen entspannen, Neues kennen lernen und das Gefühl der Zusammengehörigkeit geniessen.

Während eines Besuchs der Krebsallianz in Nepal im Oktober letzten Jahres hatten wir die Gelegenheit die Gruppe auf einen Besuch in den Zoo zu begleiten. Die 13 Kinder und ihre Eltern hatten viel Spass damit, Affen, Ziegen, Rotwild, Nilpferde, Nashörner und schöne Vögel zu beobachten. Der Höhepunkt des Ausflugs aber war ein Elefant, der während der Mittagspause im Park herum spazierte!

Wir unterhielten uns während des Ausflugs mit den Eltern und hörten viele Geschichten über die Krebserkrankungen der Kinder. Eine Mutter zum Beispiel, die 2 Stunden ausserhalb der Hauptstadt Kathmandu lebte, mußte umziehen, um näher am Krankenhaus zu sein. Das bedeutet, dass ihr Mann und die anderen Kinder jetzt ohne sie alleine zurecht kommen und sich um sich selbst kümmern müssen. Ihr Mann fühlt sich verlassen und kämpft mit dem Umstand Frau und Sohn zu verlieren. Vor Kurzem hat er aufgehört, der Mutter Geld zu schicken. Diese Geschichte ist in Nepal kein Einzelfall. Viele Familien mit mehr als zwei Kindern sind oft uneinig darüber, wieviel Fürsorge ein einzelnes Kind bekommen soll. Denn wenn das Geld knapp ist, bedeutet die überproportionale Versorgung eines einzelnen Kindes eine enorme Belastung für den Rest der Familie. Darüberhinaus ist die Arbeitszeit der Eltern begrenzt, weil immer jemand bei dem kranken Kind im Hospital bleiben muß, um es zu versorgen und Essen zu machen.

Wir sprachen auch mit einem alleinerziehenden Vater der in Kathmandu wohnt und arbeitet. Er ist vor 8 Jahren in die Stadt gezogen, nachdem sein Sohn mit Leukämie diagnostiziert wurde. Er erzählt uns, wie teuer die Medikamente sind. Obwohl die Regierung behauptet, für die gesamte Krebsbehandlung von Kindern unter 15 Jahren aufzukommen, wurde ihm aber nie Geld zurück erstattet oder hat er Medikamente umsonst bekommen. Er muss daher sehr hart arbeiten um die Therapie seines Sohnes bezahlen zu können. Er erklärt uns, wie die Eltern dieser Kinder zusammen helfen können und sich gegenseitig unterstützen, damit sie besser arbeiten können.

Samir Shrestha, der Gründer der DVG Gruppe weiß genau, wie die Kinder während und nach der ihrer Behandlung versorgt werden müssen. Deshalb hat er das Tageszentrum gegründet und hofft, eines Tages auch ein Haus zur Patientenversorgung aufbauen zu können, in dem Familien von ausserhalb der Hauptstadt leben können, während ihre Kinder die Therapie bekommen. Die Familien freuten sich sehr darüber, dass ihre Kinder einen guten Tag hatten.

Nachdem die Kleinen voller Energie im Zoo herumgerannt waren, durften sie reiten und einen kleinen Bootsausflug auf dem See machen. Die Eltern bedankten sich bei Samir und seinem Team für einen wirklich erholsamen Tag und dafür, wie er ihnen mit seiner großzügigen Unterstützung das Leben erleichtert.