Aktuelles

Weltkrebstag am 04. Februar 2012

In Entwicklungsländern ist Krebs der größte Killer

Immer mehr Menschen in den Entwicklungsländern sterben an Krebs. Vor allen Dingen fehlt es an bezahlbaren Medikamenten. Die gemeinnützige Krebsallianz stellt als einzige Organisation in Deutschland gezielt kostenlose Krebsmedikamente für Patienten in armen Ländern zur Verfügung.

Zum Weltkrebstag am 4. Februar weist die gemeinnützige Krebsallianz darauf hin, dass immer mehr Menschen in den Entwicklungsländern an Krebs sterben. Einem Bericht der europäischen Krebsorganisation ESMO (European Society for Medical Oncology) zufolge hat das Problem inzwischen das Ausmaß einer Pandemie angenommen, die mehr Tote fordert als Aids. 60 Prozent der weltweit 7,6 Millionen Krebstoten habe es 2008 in armen Ländern gegeben. Tendenz steigend.

Es wird geschätzt, dass 2020 in den Entwicklungsländern fünfmal so viele Menschen an Krebs sterben, wie in den Industrieländern. Damit kommt eine Krebsdiagnose praktisch einem Todesurteil gleich. Während in den USA nur etwa zwei von zehn Frauen an Brustkrebs sterben, sind es im südlichen Afrika sieben Frauen. Meist gehen Betroffene erst in einem sehr weit fortgeschrittenen Stadium der Krankheit zum Arzt. Das hat viele Gründe: Die Menschen schämen sich, dass sie erkrankt sind und suchen sie suchen Hilfe bei traditionellen Heilern. Vor allem aber können sie sich die Behandlung nicht leisten.

Kinder in Entwicklungsländern leiden ganz besonders unter Krebs, und die finanzielle Belastung hat Folgen für die ganze Familie. Da es in den Entwicklungsländern meist keine funktionierende öffentliche Gesundheitsversorgung gibt, muss praktisch die gesamte Behandlung von der Familie getragen werden. Vor allem die Medikamente sind unerschwinglich teuer. Viele Familien stehen daher vor der schweren Entscheidung, ihr weniges Geld entweder in die Zukunft der gesunden Kinder zu investieren – oder in die Behandlung des kranken Kindes.

Geholfen werden kann den Kranken und ihren Familien mit kostenlosen Medikamenten, so wie es die gemeinnützige Krebsallianz tut. Als einzige Organisation in Deutschland hilft sie bedürftigen Krebspatienten in Entwicklungsländern gezielt mit Medikamenten. Allein in den letzten beiden Jahren hat die Krebsallianz Medikamente im Wert von über 13 Millionen Euro an mittellose Kranke in Europa, Asien, Afrika und Lateinamerika verteilt.

„Wir erhalten die Medikamente von Pharmafirmen als Sachspende“, erklärt Robert Landry, Geschäftsführer der Krebsallianz. „Dann kontaktieren wir unsere Partnerorganisationen vor Ort in den Entwicklungsländern, um festzustellen, wo der dringendste Bedarf für die Medikamente ist. Wenn wir also Chemotherapeutika zur Behandlung von Leukämie bei Kindern erhalten, suchen wir, wo Kinder sind, die genau dieses Medikament brauchen. Und da bringen wir es hin“. Der logistische Aufwand, der hinter jedem einzelnen Hilfsprojekt steckt, ist enorm. „Aber es lohnt sich“, sagt Landry „Gesundheit und das Leben eines Kindes dürfen nicht davon abhängen, ob die Eltern Geld haben.“