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Ana Miron braucht dringend Medikamente

Die 17 Jahre alte Ana Miron wuchs in einer Kleinstadt im Zentrum Moldawiens auf. Sie hat 5 Geschwister und ihre Eltern haben es schwer sie alle zu versorgen.

Wegen der hohen Arbeitslosigkeit bleibt Anas Mutter zuhause und kümmert sich um die Familie. Sie alle tun ihr Bestes um über die Runden zu kommen und leben von ihrem Garten und den Tieren.

Während der Saison arbeitet Anas Vater als Hilfsarbeiter und für jeden, der Hilfe auf dem Bau oder in der Landwirtschaft braucht. Trotzdem hat er im Moment keine Arbeit.

Ana ist das älteste Kind und sie und ihre jüngeren Schwestern und zwei jüngere Brüder haben ein enges Verhältnis.

Sie helfen sich aus wo immer notwendig und trotz ihrer Sorgen sind sie eine Familie, die fest zusammen hält.

Ana träumt davon Malerin und Dekorateurin zu werden. Um diesen Traum zu verwirklichen, hat sie sich letztes Jahr an einer Berufsschule angemeldet. Sie erinnert sich an diese Zeit als heiter und aufregend. Sie hatte das Gefühl, dass nichts der Verwirklichung ihres Traumes im Wege steht. Während ihres ersten Ausbildungsjahres begann sie sich eines Tages im April krank zu fühlen. 

Es war ihr schlecht und sie fühlte sich schwindelig. Ihre Klassenkameraden sahen zu wie sie ohnmächtig wurde und hin fiel. Gottseidank waren viele Leute da, die Hilfe holen konnten.

Sie kam auf die Kinderstation und die Ärzte stellen hohes Fieber fest, fanden aber keine Erklärung für ihre Symptome.

Ausgiebige Bluttests folgten und das führte dazu, dass die Ärzte Krebs als Auslöser in Betracht zogen. Innerhalb einer Woche wurde sie ins Krebskrankenhaus geschickt und dort eingewiesen als die Diagnose Leukämie fest stand.

Leider war der Preis für ihre Behandlung zu hoch. Die normale Krankenversicherung trägt diese Kosten nicht.

Sie garantiert normalerweise nur ein Bett für die Patienten und die Familien müssen für alles andere von der Bettwäsche bis zu den Medikamenten selber aufkommen.

In Anas Fall bat die Familie jeden, den sie kannten um Hilfe und so kamen insgesamt 300€ zusammen.

Für diese Familie mit sehr niedrigem Einkommen ist das eine Menge Geld und wird Anas Genesung sicher zugute kommen, aber es nicht genug für die Chemotherapie und die notwendige Behandlung.

Bei dem Versuch, für Anas Behandlung im Krebskrankenhaus in Chisinau aufzukommen, verkaufte die Familie ihr Kalb und ihre besten Möbel.

Das bedeutet, dass Anas jüngere Schwester im Herbst nicht wie geplant mit ihrer Ausbildung anfangen kann.

Anas Diagnose traf die ganze Familie hart und nicht nur finanziell, sondern auch emotional. Als wir mit Anas Mutter Sonya sprachen, gestand sie, dass sie sich schuldig fühlt die Zukunft, das Essen und die Ausbildung ihrer Kinder zu stehlen. Aber sie hat keine Wahl, wenn sie Anas Leben retten will.

Was sie bisher alle aufgewendet haben war enorm, die Familie hat alles verkauft was sie hatte, aber es ist immer noch nicht genug. Ana braucht Chemotherapie, um den Blutkrebs zu bekämpfen, denn ohne sie sind ihre Chancen auf Heilung fast Null. Da beschloss die 17-Jährige im Internet eine Crowdfunding-Kampagne zu starten, um das Geld aufzutreiben. Sie schickte den Aufruf an all ihre Freunde mit der Bitte, diese im Netz zu verbreiten. Innerhalb weniger Wochen hatte sie fast 1.000 € an Spenden erhalten und konnte nun die richtigen Chemotherapeutika kaufen. 

Ana blieb während ihrer Behandlung im Krebskrankenhaus in Chisinau. Sie litt stark unter den Nebenwirkungen und musste die Chemotherapie daher in kleineren Dosen bekommen. Als das tapfere junge Mädchen dies geschafft hatte, mussten auch ihre Ärzte zugeben, wie zielstrebig und effektiv sie vorgegangen war. Ungefähr zu dieser Zeit hörten wir über unsere Partnerorganisation Coram Deo in Moldawien, dass Ana spezielle Bluttests benötigte, um zu analysieren, wie und ob die Chemotherapie angeschlagen hatte. Diese Tests sind in Moldawien aber nicht verfügbar. Wir wollten Ana unbedingt helfen. Also finanzierten wir ihre Tests und ihre Reise nach Rumänien, wo sie eine bessere Behandlung und genauere Bluttestergebnisse erhalten würde. 

Nach ihrer Rückkehr war Anas Arzt mit den Ergebnissen nur teilweise zufrieden, weil der Krebs nicht vollständig besiegt war. Glücklicherweise konnte man jedoch jetzt aufgrund der Genauigkeit der Testergebnisse bestimmen, welche Art von Behandlung weiterhin notwendig war. Ihr Vater, der sie nach Rumänien begleitete, sagte, er sei von der Unterstützung anderer Menschen, die seiner Tochter helfen wollen gesund zu werden.

Ihre Geschichte endet für uns hier aber nicht, weil wir Ana und andere krebskranke Kinder weiterhin unterstützen werden! Diese Hilfe ist für Krebskranke auf der ganzen Welt notwendig, denn nur wenige haben Zugang zu qualitativ hochwertigen Medikamenten. Eine der Hauptaufgaben der Krebsallianz ist es deshalb, den Ärmsten zu einer effektiven Therapie zu verhelfen. Wir glauben, dass jeder Mensch eine Chance im Leben verdient, ganz egal wo er geboren ist!