Ghana - Landesweites Fortbildungsprogramm des ICPCN in der Palliativmedizin
Im Rahmen einer neuen Initiative mit unserem langjährigen Partner ICPCN werden wir den weiteren Ausbau der pädiatrischen Palliativversorgung in Ghana und Westafrika unterstützen.
Das Programm zum Kapazitätsaufbau wurde 2024 nach einer ersten Anschubfinanzierung durch das Vereinigte Königreich ins Leben gerufen. Bereits im ersten Jahr hat das Projekt Fortbildungsmaßnahmen an Hochschulen in ganz Ghana für 120 Fachkräfte im Gesundheitswesen, monatliche interaktive Webinare (an denen insgesamt fast 2.000 Teilnehmer teilnahmen), 26 klinische Praktika in Ghana und im Vereinigten Königreich sowie die Überprüfung von Fachfortbildungen etabliert. Sie haben Kontakte zu Hochschulen und Kliniken im ganzen Land geknüpft, darunter das Ghana College of Physicians and Surgeons und das Ghana College of Nurses and Midwives, um im Land selbst Fachausbildungen im Bereich der pädiatrischen Palliativpflege anzubieten.

Das ICPCN beschreibt, wie in Ghana der Bedarf an CPC-Fortbildung, Mentoring und dem Aufbau einer Praxisgemeinschaft eindeutig als Prioritäten für Gesundheitsfachkräfte identifiziert wurde, die im gesamten Gesundheitssystem auf Gemeinde-, Distrikt-, regionaler und nationaler Ebene tätig sind. Diese Angebote müssen zudem landesweit verfügbar sein und dürfen nicht auf Accra konzentriert sein. Bislang gibt es in Ghana nur einen einzigen spezialisierten CPC-Berater, der am KATH tätig ist.

Auf seiner Website beschreibt das ICPCN, das weltweit zunehmend anerkannt wird, dass der Bedarf an pädiatrischer Palliativversorgung (CPC) nicht gedeckt ist: Weltweit benötigen über 21 Millionen Kinder Zugang zu Palliativversorgung, und 8 Millionen benötigen spezialisierte Betreuung.
Der Bedarf an sowie der Zugang zu Palliativversorgung für Kinder variieren weltweit, und es wächst das Bewusstsein für den weltweit ungedeckten Bedarf an pädiatrischer Palliativversorgung (CPC), wobei nur zwischen 5 und 10 % Zugang zu einer solchen Versorgung haben. Zwar ist es richtig, den Schwerpunkt auf die Senkung der Kindersterblichkeit zu legen, doch ist es ebenso wichtig, dass wir uns um den ungedeckten Bedarf an Palliativversorgung kümmern, um sicherzustellen, dass Kinder weltweit nicht unter unnötigen Schmerzen und anderen Symptomen leiden und ihre Angehörigen nicht auf die notwendige Betreuung und Unterstützung verzichten müssen.

Das ICPCN stellte einen großen Bedarf an Kapazitätsaufbau im Bereich der Palliativversorgung im ghanaischen Gesundheitssystem fest. In Gesprächen mit einer Reihe von Fachkräften aus dem Gesundheitswesen wurden Probleme wie die Finanzierung und das Verständnis für Palliativversorgung ermittelt. Das ICPCN sprach Empfehlungen an das Gesundheitsministerium, Krankenhäuser und Dienstleister, Forscher, Geldgeber sowie wichtige Interessengruppen aus. Sie identifizierten ein Ziel, das bereits verfolgt wurde, nämlich dass alle Kinder in Ghana, die palliative Pflege benötigen, Zugang zu palliativer Pflege erhalten, damit sich ihre Lebensqualität verbessert und ihr Leiden gemildert wird.
Nach dem erfolgreichen Abschluss der ersten Phasen 1 und 2 wird das Programm mit einer Förderung der Krebsallianz für den Zeitraum 2025–2026 sowie durch einen weiteren Geldgeber fortgesetzt. Ziel dieser Phase ist es, eine solide Grundlage für die nachhaltige Entwicklung von CPC in ganz Ghana zu schaffen, ein Modell zu entwickeln, das auf andere Länder übertragbar ist, und eine Drehscheibe für CPC in Westafrika aufzubauen.

Das ICPCN beabsichtigt, das Projekt durch eine Reihe von Zielen auszuweiten: 1. indem die Webinare für mehr Fachkräfte im Gesundheitswesen zugänglich gemacht werden, 2. durch die Integration interdisziplinärer Fortbildungen in Kliniken in ganz Ghana mittels einer „Ausbildung der Ausbilder“, 3. durch die Sicherstellung der Nachhaltigkeit des Projekts und des Programms sowie durch die Entwicklung eines Moduls speziell zum Thema CPC, 4. eng mit dem ghanaischen Gesundheitsministerium und dem Ghana Health Service zusammenzuarbeiten, um den strategischen nationalen Plan zu unterstützen, und 5. Erfahrungen austauschen und Ergebnisse über soziale Medien, die eHospice-Plattform, Newsletter und ihre Websites verbreiten sowie zwei begutachtete Fachartikel veröffentlichen, um diese innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft zu teilen.
