Zu den umfangreichen Bemühungen, in Moldawien nachhaltige Lösungen für die Krebsversorgung und -behandlung einzurichten, gehörte eine Partnerschaft, die die Krebsallianz mit dem internationalen Kinder-Palliativnetzwerk einging (International Children’s Palliative Care Network; ICPCN). In diesem Zusammenhang wurden 50 moldawische Gesundheitsfachkräfte in professioneller Kinder-Palliativversorgung ausgebildet. Der Kern der ICPCN-Arbeit ist es, die Kinder-Palliativversorgung als eigene Disziplin im Gesundheitssystem zu verankern. Dafür werden Gesundheitsfachkräfte zusätzlich ausgebildet, die dann mit Mitgliedern aus Familien zusammenarbeiten, in denen Kinder mit lebensbedrohlichen Krankheiten leben. Seit 2016 arbeitet die Krebsallianz mit dem ICPCN zusammen. Das erste gemeinsame Projekt war die Entwicklung einer App mit einer Kinder-Schmerzskala.
Über die Jahre haben wir immer wieder Unzulänglichkeiten in der Krankheitsversorgung in Moldawien festgestellt. Obwohl das einzige Krebs-Krankenhaus des Landes in Chisinau ein Palliativ-Behandlungsprogramm hat, ist dessen Reichweite beschränkt auf die Region Chisinau und es ist nicht speziell für Kinder ausgerichtet. Für öffentliche Gesundheit verantwortliche Politiker erkennen die Notwendigkeit einer verbesserten Palliativversorgung. Deshalb hat unsere Partnerorganisation in Moldawien, Coram Deo, mit der Schule für öffentliche Gesundheit zusammen gearbeitet, um die Zusatzausbildung zu organisieren. Die Verbindung der Schule zum Gesundheitsministerium war hilfreich, um den Kurs als eine offizielle Fortbildung für moldawische Gesundheitsfachkräfte zu zertifizieren.
Die Zusatzausbildung markiert den Beginn von verstärkten Bemühungen, die Palliativversorgung in Moldawien zu verbessern. Zur Zeit haben viele Gebiete in Moldawien wegen einiger Lücken in der Gesundheitsversorgung keinen Zugang zur Palliativversorgung. Zum Beispiel fordert der Staat von regionalen Krankenhäusern, Betten für Palliativpatienten frei zu halten; jedoch werden diese Betten aus Platzgründen von Patienten mit akuten Krankheiten eingenommen.
Zusätzlich zum öffentlichen Gesundheitswesen werden in fünf moldawischen Regionen Palliativpatienten von Krankenpflegeteams des UK-gestützten Krankenhauses Hospices of Hope versorgt. Die Krankenpflegeteams sind in ständigem Kontakt mit lokalen Hausärzten und Krankenhäusern.
Das Krebs-Krankenhaus in Chisinau beherbergt den größten Palliativversorgungsbereich mit vielen Patienten, die eine (besondere) Versorgung am Lebensende benötigen. Die Kapazität des Krankenhauses ist begrenzt, und so werden Krebspatienten mit Palliativversorgung oft zusammengelegt mit Patienten, die gerade erst eine Krebs-Diagnose erhalten haben. Das kann negative Auswirkungen auf diese Patienten haben, besonders bei Kindern.
Das Training für die Palliativversorgung von Kindern dauerte drei Tage. Gesundheitsexperten aus regionalen Krankenhäusern, Krankenpfleger aus den Teams der Hospices of Hope und Ärzte, Krankenpfleger und Psychologen des Krebs-Krankenhauses nahmen teil.
ICPCN stellte zwei Schulungsleiter zur Verfügung: Dr Pavel Burykin, Vorstandsmitglied im ICPCN und Kinderarzt am belarussischen Kinderkrankenhaus und Maria Dyakova, ausgebildete Krankenpflegerin, Ärztin und Physiotherapeutin aus Moskau.
Der Ausbildungsinhalt drehte sich um allgemeine Prinzipien bei der Kinder-Palliativversorgung und legte Wert darauf, gut handhabbare Palliativ-Maßnahmen in die (normale) Krankenpflege zu integrieren. Das Training deckte folgende wichtige Aspekte ab: Kommunikation mit Kindern, Anwendung von Methoden und Techniken, Schmerz-Management und -Behandlung, Behandlung von anderen Nicht-Schmerz-Symptomen, Trauer, Todesfall, Spiritualität und Prinzipien zur Einrichtung von CPC-Dienstleistungen. Die Ausbildung wurde mit einem Zertifikat abgeschlossen.

Alex Daniels, eine Dozentin vom ICPCN reiste nach Moldawien, um sich einen Überblick über den zweiten Teil der Ausbildung zu verschaffen. Sie gewann ein positives Bild über die Veränderung, die in dieser Region stattgefunden hatte. Sie sagte: "Dies ist eine sehr aufregende Zeit für die Palliativversorgung von Kindern in Moldawien. Denn die Lebensqualität von Kindern und Familien mit lebensberohlicher Erkrankung und mit lebenseinschränkenden Bedingungen in allen Regionen Moldawiens kann sich nur verbessern."