Krebsallianz besucht Partner Coram Deo in Moldawien

Krebsallianz besucht partner coram deo in Moldawien

Coram Deo
Chisinau, Moldawien

Im September 2014 besuchten wir u.a. das Krebskrankenhaus in Moldawien, was uns die Möglichkeit gab, Erfahrungsberichte zu einer Spende des Medikaments Paclitaxel gleich vor Ort einzuholen.

Wir, die Krebsallianz, bekamen sehr viele positive Rückmeldungen über diese Medikamentenspende und hatten außerdem Gelegenheit, die laufenden Programme mit unseren Partnerorganisationen vor Ort zu besprechen.

Die drängenden Probleme der Krebspatienten wurden mehr als deutlich, als wir krebskranke Kinder zu Hause besuchten.

Moldawien ist das ärmste Land Europas und besitzt nur ein Krebskrankenhaus in der Hauptstadt Chisinau!

Paclitaxel – ein Erfolgsgeschichte 

Im Sommer 2014 konnten wir dank der Hilfe der Hamburger Firma Aqvida das Chemotherapeutikum Paclitaxel nach Moldawien schicken. Dies war für die Patienten des Krebskrankenhauses in Chisinau wie ein wunderbares Geschenk, denn viele Patienten beschrieben ihre vorausgegangenen Behandlungen als äusserst schmerzhaft und kaum auszuhalten.

Paclitaxel hingegen scheint schneller, als die dort normalerweise verabreichten Chemotherapien zu wirken und das bei deutlich geringeren Nebenwirkungen. 

Hier die Geschichte einer betroffenen Patientin:

Bei Anne Croitorv wurde vor fast einem Jahrzehnt Brustkrebs diagnostiziert. 

Nach einer schnellen und radikalen Behandlung konnte sie aber bald schon an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. 

Leider wurde in 2012, also sechs Jahre später, wieder Krebs bei ihr festgestellt der diesmal ihre Lungen befallen hatte.

Wieder bekam sie die Standardtherapie im Krebskrankenhaus in Chisinau zusammen mit weiteren schlechten Nachrichten: der Krebs hatte sich ausgebreitet und trat jetzt in einer sehr aggressiven Form auf.

Um die bösartige Krankheit bekämpfen zu können, bekam sie von ihren Ärzten eine Mischung unterschiedlich starker Chemotherapeutika, die allerdings auch den Effekt hatten, dass sie sich Ende 2013 weder zum Schlafen hinlegen, noch aufstehen oder gar gehen konnte.

Die Behandlung verursachte ihr zwar sehr starke Schmerzen, aber sie hatte keine andere Wahl und so dauerte ihr quälender Zustand über sieben Monate an.

Dann bekam Anna aber das, von der Kreballianz zur Verfügung gestellte, Paclitaxel und seither geht es ihr deutlich besser: schon nach der zweiten Chemobehandlung konnte sie sich wieder hinlegen und sogar wieder gehen.

Sie muss nun nicht mehr Tag und Nacht in ihrem Sessel verbringen und sie ist unendlich dankbar, dass sie jetzt die Möglichkeit hat, gesund zu werden. 

Hausbesuche 

Während unseres Aufenthalts in Moldawien konnten wir viele Patienten im Krankenhaus, aber auch in ihren Wohnungen besuchen:

Bereits 2012 hatten wir einem Mädchen namens Victoria Cergea geholfen, die seit 4 Jahren an Leukämie leidet. 

Jetzt muss Victoria einmal im Monat nach Chisinau zur Behandlung kommen, aber es geht ihr schon deutlich besser als bei unserem letzten Besuch.

Der Besuch in Moldawien führt uns auch wieder die aktuellen Schwierigkeiten vor Augen, mit denen die Patienten dort tagtäglich kämpfen müssen.

Denn selbst wenn sie das notwendige Geld hätten, sind die benötigten Medikamente oft einfach nicht vorhanden.

Es kommt daher nicht selten vor, dass Patienten erst in die Nachbarländer reisen müssen, um weiter behandelt zu werden.

Dies belastet oft auch die Familie und Freunde der Kranken, denn - so erklärte uns ein Patient – „alle müssen etwas beitragen, wenn ein Familienmitglied krank wird“. Die staatliche Krankenversicherung garantiert im Krankheitsfall nur ein Bett im Krankenhaus - sonst nichts.

Da die Krankenhäuser aber nur sehr kleine Budgets haben, muss alles sonst Benötigte - vom Schmerzmittel bis zur Bettwäsche - selbst von den Patienten oder ihren Angehörigen gekauft oder bezahlt werden. 

Zusätzliche Kosten fallen zudem an, wenn man weit von diesem Krankenhaus entfernt lebt und Freunde und Familienmitglieder dann auch die Fahrten nach Chisinau bezahlen müssen.

Kranke die keine Familienangehörige haben die sie unterstützten könnten, nehmen daher oft einen Bankkredit auf, um diese Kosten abzudecken – vorausgesetzt sie sind kreditwürdig. 

Solche Nöte gehören zum täglichen Kampf für viele Patienten in Moldawien die an Krebs oder anderen chronischen Krankheiten leiden.

Unser Anliegen ist es daher, diesen Patienten die bestmögliche Unterstützung zukommen zu lassen, da wir der Überzeugung sind dass jeder die notwendigen Arzneimittel bekommen sollte, auch wenn er oder sie arm ist!