Natividad dürfte nach Miami fliegen

Nativdad aus Santiago in der Dominikanischen Republik konnte dank Krebsallianz nach Miami fliegen um dort einen notwendigen PET Scan durchführen zu lassen.

Zoila Argentina Natividad Muñoz Vargas, 36 Jahre, Santiago de los Caballeros, Dominikanische Republik

Nat, wie sie am liebsten genannt wird, macht sich über die Taschentücher lustig, die vor uns auf dem Tisch liegen. „Fordern wir hier das Schicksal heraus? Jetzt werde ich bestimmt heulen!“ sagt sie lachend, weil sie weiß wie emotional sie sein kann.

Diese junge Mutter von zwei Kindern ist an die emotionale Achterbahnfahrt seit ihrer Erkrankung gewöhnt.

Vor etwa einem Jahr wurde bei Nat Brustkrebs diagnostiziert. Sie scheint damit sehr pragmatisch umzugehen und erzählt uns von ihrer Therapie, während sie in einem Aktenordner blättert und sich ihrer unbekümmerten Art gar nicht bewusst ist.

Natividad erklärt uns, dass Krebs in ihrer Familie vererbt wird. Sie ist die jüngste von fünf Geschwistern und hat ihren Anteil an diesem Leiden schon abbekommen. Deswegen hat sie auch die schwere Entscheidung getroffen sich operieren und beide Brüste abnehmen zu lassen.

Die Schmerzen, die zu dieser Entscheidung führten, hat sie schon länger, aber erst vor kurzem wurde ihr gesagt, dass auch sie – wie vorher schon viele andere Familienmitglieder – von dieser schrecklichen Krankheit betroffen ist. 

Nat hatte ihren 11 jährigen Sohn zum Arzt gebracht, um einen Knoten an seinem Hals untersuchen zu lassen. Sie sagte Ich mache mir normalerweise keine Sorgen, weil sowas in unserer Familie häufiger vorkommt."

Nat war vorher bei ihrer Gynäkologin, die auch die Knoten in ihrer Brust als ungefährlich eingestuft hatte.

Dennoch bat sie an diesem Tag den Arzt ihrer Kinder, sich ihren Knoten anzusehen. Er gab ihr sofort eine Überweisung und kurz darauf kamen auch schon die Testergebnisse. Sie erzählt, wieviel Mut sie zusammennehmen musste, um die Nachricht überhaupt hören zu können.

Die Chemotherapie war und ist immer noch schwer auszuhalten, aber das schwierigste für sie ist es, ihre Kinder zu beruhigen: „Es ist nicht das Ende er Welt“ sagt sie lächelnd und Gott gibt ihr die Kraft dieses Martyrium zu überstehen. Ihr fester Wille ist offensichtlich und ihre positive Einstellung ist mehr als beeindruckend!

Ein Jahr ist seit der Diagnose vergangen, aber sie ist braucht immer noch eine Chemotherapie. Ihre Krankenversicherung hat ihr sehr geholfen, auch wenn es gerade gereicht hat um die Rechnungen für die Chemotherapeutika zu begleichen.

Sie und ihr Mann haben all ihr Geld aufgebraucht und ihr Mann, ein Computertechniker, muss sich jetzt eine zweite Arbeitsstelle suchen.

Natividads Hauptaugenmerk gilt jetzt ihrer Genesung. Wenn die Chemotherapie vorbei ist, wird sie die Operation machen und sich beide Brüste abnehmen lassen.

Aber wenn sie sich von der Operation erholt hat, braucht sie einen PET Scan, um festzustellen ob der Krebs gewachsen, metastasiert, geschrumpft oder ganz verschwunden ist. Alles ist im Moment denkbar.

In der Vergangenheit war es in der Dominikanischen Republik möglich, PET Aufnahmen durchführen zu lassen. Aber seit kurzem – und die Gründe hierfür sind immer noch nicht ganz geklärt – wird in keinem Krankenhaus mehr ein solches Verfahren angeboten oder durchgeführt. Aber das ist genau das, was Natividad braucht!

Natividad hatte schon ein Visum für die USA, als wir sie trafen und nachdem sie die Krebsallianz um Hilfe gebeten hatte, konnten wir ihr – dank Ihrer Spenden! - das notwendige Geld für die Reise und den PET Scan in Amerika überweisen.

Die Untersuchungsergebnisse, mit denen sie nach Hause zurück kam, waren vielversprechend. Seitdem hatte sie einen Monat lang Bestrahlungen und muss sich in den nächsten fünf Jahren einer Hormontherapie unterziehen.

“Gott segne Euch alle” sagt sie lächelnd unter Tränen und erzählt wie sie weiß, dass sie geheilt ist: sie fühlt es durch Gott und die Menschen um sie herum! Es ist nur eine Frage der Zeit. Ihre unerschütterliche Kraft und bewundernswerte Entschlossenheit machen uns sprachlos.

Nachtrag

3 Jahre nachdem Sie ihre Krebsdiagnose bekommen hatte, wurde Natividad operiert. Sie entschied sich nicht nur für eine beidseitige Mastektomie, sondern auch für eine Hysterektomie.

Die Ärzte empfahlen vorsorglich auch die Entfernung eines Knotens aus ihrem Nacken. Im Moment bekommt sie Chemotherapie mit dem von uns gespendeten Capecitatbin, das sie täglich nehmen muß.

Auch ein halbjährlicher PET Scan Test gehört zu ihrem Programm, um zu überprüfen wie sich der Krebs entwickelt. Leider kann sie sich aber wegen der enormen Kosten diesen Test nur einmal im Jahr leisten: er kann in der Dominikanischen Republik immer noch nicht durchgeführt werden, so dass die Betroffenen dafür in die USA reisen müssen und hohe Ausgaben zu den ohnehin schon hohen Kosten für die Medikamente dazu kommen.

Wir versuchen unser Möglichstes, um Natividad auch in Zukunft zu helfen. Sie sagt: „Besonders der Krebsallianz danke ich sehr  für die Unterstützung von Menschen, die in einer ähnlichen Situation sind wie ich und mit dem Krebs kämpfen. Sie haben oft nicht das Geld, um Medikamente und Behandlung zu bezahlen. Danke dafür, dass ihr die Stiftung Divino Nino Jesu unterstützt. Ich werde weiterhin für meine Gesundheit kämpfen, damit meine Kinder noch solange auf mich zählen können wie Gott das möchte und ich hoffe, dass ich mich auf euch verlassen kann und ich auch für euch da sein kann.“