Psychosoziale Unterstützung in Nepal

Die Arbeit der Krebsallianz mit einem Zentrum für psychosoziale Unterstützung in Nepal

Die Dirghaavei Voluntary Group, eine gemeinnützige Organisation ehrenamtlicher Helfer in Kathmandu, hat sich zum Ziel gesetzt Kinder mit Krebserkrankungen und deren Familien psychosozial zu unterstützen und ihnen zu helfen mental gesund zu bleiben.

Ihr Gründer, Samir Shrestha, begann bereits mit 18 Jahren sich zu engagieren als er mitbekam, dass es für Kinder mit Krebs am Chitwan Cancer Hospital im Zentrum von Nepal überhaupt keine soziale Unterstützung gab. Als er nach Kathmandu zog und seine Ausbildung als Sozialarbeiter abgeschlossen hatte, eröffnete er im September 2018 das DVG Day Care Centre.

In der Vergangenheit arbeitete die Krebsallianz mit der psychosozialen Einrichtung kik in Köln zusammen. Aus Mangel an ausreichender öffentlicher Finanzierung musste kik schließen und so sahen wir uns nach neuen Partnern um, die psychosoziale Hilfe für Krebspatienten anbieten.

Die Zusammenarbeit mit DVG in Nepal füllt nun diese Lücke, denn uns ist bewusst wie wichtig gerade die psychosoziale Betreuung von Krebspatienten ist, da eine Krebsdiagnose normalerweise das Familiengefüge und alle einzelnen Mitglieder schwer belastet.

Kinder die sich einer Krebsbehandlung unterziehen müssen, können leicht psychische Krankheiten entwickeln oder traumatisiert werden, weshalb es notwendig ist sie während und nach ihrer Behandlung psychosozial zu unterstützen.

Für Kinder und ihre Angehörigen ist es wichtig zu verstehen wie man sich bei einer Krebsdiagnose verhalten sollte. Ein Kind und die Familie werden mit ihrer Sterblichkeit konfrontiert, die Schule muss unterbrochen werden, es kann zu körperlichen Beeinträchtigungen kommen und Kinder sind noch mehr auf ihre Eltern angewiesen.

Das Familienleben ändert sich wenn die Eltern sich auf ein Kind fokussieren müssen. Und ein weiterer Stressfaktor für die Eltern ist natürlich die finanzielle Belastung durch die Behandlung.

Psychosoziale Richtlinien geben vor, dass Kinder Zeit mit gesunden Gleichaltrigen und von Krebs Geheilten verbringen sollten um ihre Entwicklung zu unterstützen. Auch praktische Hilfe und Beratung muss den Patienten und ihren Familien angeboten werden, weil sie sonst ein höheres Risiko tragen auch psychisch zu erkranken.

Das Day Care Centre bietet Peersupport und Aufklärung an und möchte unbedingt Beratung in das Angebot mit aufnehmen. Es ist ein Ort an dem Kinderkrebspatienten und ihre Familien andere treffen können, die in einer ähnlichen Situation sind. Die Angebote sind kostenlos und das Centre im Moment an drei Tagen die Woche geöffnet. Während dieser Zeit können Eltern mit ihren Kindern kommen, die von Sozialarbeitern betreut werden und über den ganzen Tag Essen und Getränke bekommen. Vor kurzem ist ein Kunsttherapeut zum Team gestoßen, der mit den Kindern jetzt auch Kunsttherapie macht.

Während die Kinder in einem Raum betreut werden, sitzen die Eltern zusammen, basteln Gegenstände zum Verkauf, deren Erlöse dem Centre zu Gute kommen und sprechen über ihre Sorgen über die Heilung ihrer Kinder und ihre eigenen Erfahrungen. Daneben hat das Team auch einen Mütterabend organisiert, um die Mütter krebskranker Kinder zusammen zu bringen.

Weitere Pläne für das Centre sind das Angebot einer professionellen Beratung und ein Bustransport um die Kinder zuhause abzuholen, so dass die Eltern die Zeit zum Arbeiten nutzen können.

Zusätzlich zu den Aktivitäten im Centre organisieren Samir und sein Freiwilligenteam regelmäßig Tagesausflüge für die Gruppe. Während unseres letzten Projektbesuches haben wir sie zu einem Ausflug in den Zoo begleitet. Die Fahrt war ein voller Erfolg und 26 Eltern und Kinder sind mitgekommen.

Wir sprachen dort mit einem der Väter, der uns erzählte wie sein Sohn im Laufe der Behandlung eine Menge Vertrauen verloren hat. Jetzt, 2 Jahre nach der Erstdiagnose bemerkt der Vater eine positive Entwicklung wenn sein Sohn mit den anderen Kindern im Centre zusammen ist.

Er schätzt die Arbeit von Samir sehr, weil das Treffen mit anderen Eltern ihm die Möglichkeit gibt mit ihnen darüber zu sprechen wie sie mit ihrer Situation klar kommen.

Darüber hinaus hat er ein Netzwerk von Eltern gegründet die sich gegenseitig helfen wenn sie Kinder zu Arztterminen bringen müssen oder sich das Kochen teilen, wenn die Kinder im Krankenhaus sind.