Weltkrebstag 2015 "Krebs - Lösungen in Reichweite"

Weltkrebstag 2015 - Lösungen in Reichweite

Mit einer Kampagne zum Weltkrebstag im Februar klärt die UICC jedes Jahr über das Thema Krebs auf. Die UICC (Union Internationale contre le Cancer) ist eine Dachorganisation von über 770 NROs, die sich dem Kampf gegen Krebs verschrieben haben und der auch die Krebsallianz seit vielen Jahren angehört.

Jedes Jahr sollen mehr und mehr Menschen erreicht und über Möglichkeiten unterrichtet werden, wie sie dem Krebs vorbeugen oder Krebserkrankungen besser bekämpfen können .Die Kampagne spricht alle Ebenen an und wendet sich an viele verschiedene Zielgruppen -vom einzelnen Bürger auf der Straße  bis zu den Akteuren der staatlichen Gesundheitspolitik, denn die Krebsbekämpfung muss in den kommenden Jahren an erster Stelle stehen, wenn die weltweite Bedrohung durch die Krankheit sinnvoll eingedämmt werden soll!

In diesem Jahr will die mit “Not beyond us - Lösungen in Reichweite!” betitelte Kampagne darauf aufmerksam machen, dass der Kampf gegen Krebs uns alle betrifft. Sie weist insbesondere darauf hin, dass auch arme und ärmste Länder unterstützt werden müssen um den Krebs zu besiegen. Diese Länder nämlich „führen einen Kampf mit ungenügenden Ressourcen“.

Die Krebsallianz unterstützt diese Kampagne zum Weltkrebstag am 4. Februar 2015 ausdrücklich und ruft ihre Spender und Unterstützer auf sich der Aktion anzuschließen, da wir uns denen verpflichtet fühlen, die am meisten auf unsere Hilfe angewiesen sind.

Krebs – Lösungen in Reichweite. Zum Weltkrebstag 2015  wurden folgende Themenfelder ausgewählt, um aufzuklären und zum Handeln aufzurufen:

  1. Gesunder Lebensstil: Die Wahl eines gesunden Lebensstils ist die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung gegen Krebserkrankungen und eine fundamentale Voraussetzung zur Erreichung des globalen Ziels, die Todesrate durch nicht-ansteckende Krankheiten bis zum Jahr 2015 um 25% zu reduzieren 
  2. Früherkennung: Um Krebsleiden weltweit zu reduzieren ist es notwendig, genügend Programme zur Früherkennung von Krebserkrankungen bereit zu stellen
  3. Medizinische Versorgung für alle: Die von Krebserkrankungen Betroffenen brauchen ein gleiches Recht auf Zugang zu qualitativ hochwertigen und wirksamen Medikamenten und Therapien unabhängig von ihrem Wohnort und ohne die Gefahr, durch ihre Behandlung in eine wirtschaftliche Notlage zu kommen.
  4. Lebensqualität: Krebserkrankungen müssen in ihrer ganzen Wirkung auf die emotionale, geistige und körperliche Verfassung der betroffenen Menschen erfasst werden, um die Lebensqualität für Krebspatienten, ihre Angehörigen und Helfer zu verbessern.

Wir, von der Krebsallianz, vertreten die Meinung, dass niemand leiden soll, nur weil er oder sie arm ist. Daher ist es unser vorrangiges Ziel den Krebspatienten zu helfen, die sonst keine ausreichende Versorgung bekommen.

"Umfassende Versorgung für alle Krebspatienten“ ist seit langem unsere Vision und die Geschichte von Sophia Valecion aus der honduranischen Hauptstadt Tegucigalpa illustriert treffend das Schlagwort der diesjährigen Kampagne zum Weltkrebstag: „Lösungen in Reichweite“

Sophia springt über das Feld in der Nähe ihres Hauses. Vor ein paar Jahren noch hielt ihr Vater dies für völlig selbstverständlich. Aber nach dem Martyrium, das seine Familie seither erleiden musste, sagt er er sei „gesegnet“ und hätte „sehr viel Glück“ gehabt.

Als Sophia 6 Jahre alt war, wurde bei ihr ein Gehirntumor diagnostiziert. Astrocytoma zweiten Grades auf der linken Seite. Während der ersten Operation wurden Teile des Tumors entfernt und danach wurde sie bestrahlt. Aber eine weitere Untersuchung ergab, dass der Tumor zurückgekommen und sogar größer war als zuvor.

Sophias Vater Mauricio hätte alles für seine kleine Tochter getan, obwohl er schon sehr mit den finanziellen Folgen für ihre erste Operation zu kämpfen hatte: Er musste sein kleines Geschäft als Organisator von Geburtstagsfeiern verkaufen, um das Geld für die vielen Behandlungen zu bekommen. Er hatte Kredite aufgenommen und jetzt fürchtete er, sein Haus zu verlieren.

Bei der zweiten Operation konnte nicht das gesamte Gewebe entfernt werden. Jetzt sollte Sophia Chemotherapie bekommen. Sie wurde mit einem hocheffizienten Medikament, Temozolomid, behandelt, welches sie nur deshalb bekam, weil die Krebsallianz kurz vorher, dem Krankenhaus in Tegucigalpa das Arzneimittel kostenlos zur Verfügung gestellt hatte.

Diese Chemotherapie war entscheidend für Sophias Behandlung und Genesung. Temozolomid ist ein hochspezifisches Chemotherapeutikum und wird oft dazu verwendet, das Wachstum inoperabler Tumore zu stoppen oder diese zu verkleinern. Sophias Behandlung zeigte jedenfalls Wirkung und ihr Leben begann sich wieder zu normalisieren.

4 Jahre später besuchten wir Sophia erneut. Ihr Zuhause, etwa eine halbe Stunde außerhalb der Hauptstadt Tegucigalpa gelegen, gehört zu einer kleinen Gemeinde. Da mit Sophias erster Operation alle Ersparnisse der Familie aufgebraucht und das kleine Geschäft aufgegeben werden musste, brachten die Eltern Sophias zwei jüngere Geschwister zu den Großeltern.

Mauricio hatte das Gefühl, dass das die beste Wahl für die Kinder sei, solange er sein Geschäft neu aufbauen musste. Sophia führt jetzt ein glückliches und gesundes Leben mit ihrem Bruder und ihrer Schwester. Seit 4 Jahren ist der Krebs nicht zurückgekommen.

Die Ergebnisse ihres CTs sind eindeutig und ihre Anfälle gehören der Vergangenheit an. Es war ein langer und steiniger Weg bis hierher, aber da sie von einer liebevollen Familie umgeben ist und weil sie Glück hatte Temozolomid zu bekommen, sagt ihr Vater, dass das alles ein Gottesgeschenk sei.

Sophias Familie hätte sich ohne die Krebsallianz die notwendigen Arzneimittel nicht leisten können. Die Medikamentenspende gab ihr die Möglichkeit gesund zu werden und das sollte ihr nicht vorenthalten werden, nur weil ihre Familie arm ist.

Jedes Jahr gibt es ca. 160.000 neue Krebsdiagnosen bei Kindern weltweit und mehr als 70% von ihnen haben keinen Zugang zu wirksamer Behandlung. Die Folge ist eine sehr niedrige Überlebensrate von gerade mal 10% in den armen und ärmsten Ländern der Welt im Vergleich zu 80% in den Industrieländern.

Sophias Geschichte hat ein Happy End und ihr Schicksal ist vergleichbar mit dem vieler anderer Kinder, denen die Krebsallianz helfen konnte. Unser Ziel ist es aber noch viel mehr Kindern mit Krebserkrankungen in der ganzen Welt helfen zu können!